Der Tigerhai: der Weiße Hai der TropenDiese Haiart steht im Ruf, ein Allesfresser zu sein
Neben dem Weißen Hai genießt der Tigerhai den schlechtesten Ruf. Selbst erfahrene Haiforscher stufen ihn als die gefährlichste Haiart ein.
Der schlechte Ruf liegt darin begründet, dass Tigerhaie bei Hunger wirklich alles fressen, dem sie habhaft werden können – Autoreifen, Blechdosen, Seehunde, Kalmare, Seevögel, große Knochenfische, junge Wale und sogar kleinere und jüngere Artgenossen. Er ist neben dem Gemeinen Grundhai die einzige Art, in dessen Magen tatsächlich schon häufiger menschliche Überreste gefunden wurden. Gerade diese Tatsache macht ihn so gefährlich für Schwimmer, Surfer und Taucher. Weiße Haie hingegen könnten eher als Menschenbeißer denn als Menschenfresser bezeichnet werden, da sie im Falle eins Identitätsirrtums nach einem Probebiss sofort von ihrem menschlichen Opfer ablassen und hinweg schwimmen. Tigerhaie gehören zur Gattung der Menschenhaie, wozu unter anderem auch der Gemeine Grundhai zählt. Sie können fast alle einem Menschen tatsächlich gefährlich werden. Das Aussehen des TigerhaisDer Tigerhai ist an der Oberseite mittel- bis dunkelgrau, wobei gerade bei jüngeren Tieren die Tigerstreifen zu erkennen sind, die ihm seinen Namen gaben. Seine Unterseite ist hellgrau bis weiß. Er ist gut zu erkennen an seinem großen, breiten Kopf mit dem ebenfalls sehr imposanten Maul. Während der Kopf sehr massiv wirkt, ist der Rest des Körpers eher von schlanker Gestalt. Tigerhaie, die bis zu 5,50 Meter lang werden können, verfügen über sägeblattartig gebogene Zähne, die – wie bei vielen anderen Arten auch – feinst gezackt sind. Dies ermöglicht ihm, große Stücke Fleisch und Fett aus seiner Beute heraus zu trennen. An seiner Schwanzflosse fällt auf, dass der obere Lappen wesentlich ausgeprägter ist als der untere. Diese Flossenform ist sowohl für langsames Kreuzen in der See als auch für schnelle Angriffe und Verfolgungsjagden geeignet. Der Lebensraum des TigerhaisEr kommt praktisch in allen warmen und tropischen Gewässern vor. Besonders häufig ist er in der Karibik anzutreffen. Die karibischen Gewässer sind seinem nördlichen Pendant, dem Weißen Hai, zu warm, dennoch gibt es einige Küstenregionen, in denen sowohl Tiger- als auch Weißer Hai vorkommen, beispielsweise vor der Ostküste Südafrikas, vor Australien und Neuseeland. Legende und WirklichkeitWährend sich gerade um den Weißen Hai und andere, potentiell gefährliche Arten die hanebüchensten Mythen ranken, die nicht viel mit der Realität zu tun haben, treffen diese jedoch oft beim Tigerhai zu. Schiffbrüchige, die längere Zeit im Wasser treiben und möglicherweise auch noch verletzt sind, werden zwar auch von anderen Hochseehaiarten wie etwa dem Weißspitzen-Hochseehai oder Galapagos-Hai angegriffen, besonders häufig jedoch vom Tigerhai. Es gibt Geschichten, in denen ein Tigerhai nahezu planmäßig einen Schiffbrüchigen nach dem anderen gefressen hat, wie Überlebende zu berichten wussten. Ob dies tatsächlich der Realität entspricht, ist jedoch fraglich. Haie sind zwar sehr gut entwickelte und an ihren Lebensraum angepasste Tiere, denen man eine hohe Intelligenz zuspricht, aber ob sie beim Töten so planvoll vorgehen wie etwa ein Auftragskiller, ist doch eher unwahrscheinlich. Fest steht, dass Tigerhaie häufiger Menschen gefressen haben. Es ließ sich jedoch nicht in allen Fällen zweifelsfrei feststellen, ob es sich hierbei um lebendige Menschen handelte, die von dem Hai getötet wurden oder ob der Tigerhai eine im Wasser treibende Leiche gefressen hat.
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