Der Urhai Megalodon

Fakten und Infos über die Vorfahren heutiger Haie

30.09.2009 Constanze Ließ

Der Artikel zeigt die Fakten über den berüchtigten Urhai. Wann lebte dieser ultimative Jäger der Meere? Und kann er vielleicht sogar noch irgendwo existieren?

Der Megalodon (Carcharocles megalodon oder Carcharodon megalodon) ist eines der berühmtesten Urtiere. Sein lateinischer Name bedeutet „Großzahnhai“, was in Anbetracht der bis zu 18 Zentimeter langen Zähne dieser ausgestorbenen Haiart eine durchaus passende Bezeichnung ist.

Fakten über den Urhai Carcharodon megalodon

Nur wenige Daten über den sagenumwobenen Großzahnhai sind zweifelsfrei erwiesen. Carcharodon megalodon lebte vor etwa 10 bis 25 Millionen Jahren in den Weltmeeren. Da von den Knorpelskeletten der Haie oft wenig übrig bleibt, dienten vor allem gefundene Zähne zur Rekonstruktion der Tiere. Durchschnittlich erreichten sie demnach Längen von 12 bis 14 Metern. Man geht davon aus, dass sich ein Tier dieser Größe und von so hohem Energiebedarf von Walen ernährte.

Der Megalodon wird der Familie der Makrelenhaiartigen (Lamnidae) zugeordnet, doch bereits in diesem Punkt sind sich die Forscher nicht einig.

Ist der Weiße Hai ein Nachfahre des Megalodons?

Verschiedene Wissenschaftler meinen immer wieder, auf diese Frage die finale Antwort zu wissen. Die Wahrheit ist aber, dass man sich bis heute nicht einig ist, ob der Weiße Hai vom Megalodon abstammt oder nicht. Aufgrund der optischen Ähnlichkeit der beiden Arten liegt diese Vermutung natürlich nahe. Immerhin sieht ein Weißer Hai aus wie ein in sich zusammengeschrumpfter Megalodon.

Die ersten Funde fossiler Zähne des Weißen Hais (Carcharodon carcharias) sind etwa 56 Millionen Jahre alt, Verwandtschaftsverhältnisse zwischen Haiarten zu dieser Zeit festzustellen ist äußerst schwierig und mündet oft in reine Spekulation. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein unterstützten denn die meisten Wissenschaftler die Annahme, dass der Weiße Hai und der Megalodon verwandt waren. 1987 widerlegte dann Henri Cappetta diese These, indem er den Megalodon einer Familie von Knorpelfischen zuordnete, mit der er kein direkter Vorfahre des Weißen Hais sein konnte. Knapp zwölf Jahre später aber fanden amerikanische Wissenschaftler neue Belege für die ursprüngliche Theorie. Somit ist hinsichtlich der Verwandtschaftsverhältnisse zwischen dem Megalodon und dem Weißen Hai zum aktuellen Zeitpunkt wieder alles möglich.

Kann der Urhai Megalodon in der Tiefsee überlebt haben?

Trotz aller Unstimmigkeiten der Wissenschaft bezüglich des Megalodon ist man sich zumindest in diesem Punkt einig.

Natürlich steht außer Frage, dass die Tiefsee eine noch kaum erforschte Welt ist, über die wir weniger wissen als über den Mond und die noch jede Menge Geheimnisse nicht offenbart hat. Klar ist aber zumindest, dass jene Tiefen nicht die Menge an Nahrung bereitstellen können, welche ein Tier benötigt, das sich von Walen ernährt. Die Meeresschichten in tausenden Metern Tiefe erreicht kein Sonnenstrahl mehr, stattdessen lastet ein unvorstellbarer Druck auf allem, der mit jedem Meter um ein Bar zunimmt. Nahrung ist hier sehr knapp, die meisten Tiefseebewohner haben einzigartige Strategien entwickelt, um Beute zu machen und zu überleben.

Haie haben mit ihrer ölreichen Leber, die sie anders als die Knochenfische ihre Schwimmblase zum Tarieren nutzen, einen hohen Energiebedarf. Der enorme Futterbedarf eines Megalodon ist durch ein ewiges Leben in der Tiefsee nach heutigem Wissensstand nicht zu decken.

Man nimmt an, dass besagter Nahrungsmangel auch der Grund für das Verschwinden der gigantischen Jäger war. Während der Eiszeit gelang es den Tieren im Gegensatz zu den Walen nicht, sich mit dicken Speckschichten daran anzupassen. Sie konnten ihrer Nahrungsquelle deshalb nicht in kältere Gewässer folgen, was letztlich zu ihrem Aussterben führte.

Trotz aller Theorien wird der Megalodon ein Mythos bleiben. Die grundsätzliche Angst vor Haien, die viele Menschen empfinden, wird durch die Vorstellung eines Riesenhais, der einen aufrecht stehenden Menschen verschlucken könnte, noch verstärkt. Er wäre das ultimative Monster.

Dennoch sollte man trotz aller Faszination den Megalodon in das Reich der Fantasie verabschieden, brauchen doch die heute lebenden Haien viel dringender die Aufmerksamkeit und den Schutz der Menschen.

Viele weitere interessante Informationen zu Haien bietet die Seite der Haischutzorganisation Sharkproject.

Quellen und Links

  • „Räuber, Mörder, Menschenfresser“, Kosmos Verlag, ISBN 978-3-440-11261-8
  • Haiwelt

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