Weißer Hai: Nahrung, Fortpflanzung, VorkommenWissenswertes über den größten Raubfisch der Ozeane
Der Weiße Hai gibt noch immer viele Rätsel auf. Doch über seine Nahrung, seine Fortpflanzung und sein Vorkommen sind inzwischen einige Fakten bekannt.
"Ein Weißer Hai nähert sich der Kamera. Schneller Zoom auf das Gebiss. Großaufnahme der Zähne..." Faszination und Furcht rufen Bilder und Geschichten Weißer Haie gleichermaßen beim Menschen hervor. In der durchschnittlichen Darstellungsweise dieser Tiere in Reportagen, Dokumentationen und Spielfilmen kommt es noch immer selten vor, dass auf etwas anderes als Beißkraft, Zähne und Gefährlichkeit dieser größten Jäger der Meere eingegangen wird. Und das obwohl es Stephen Spielburg inzwischen selbst leid tun soll, dass er mit seinem Spielfilm „Der Weiße Hai“ die Urangst der Menschen vor dem Ungeheuer im Ozean neu belebt und eine Hysterie ausgelöst hat, die bis heute anhält. Doch lohnt es sich, Biologie und Verhalten dieser beeindruckenden Jäger eingehender zu betrachten. Charakteristika des Weißen HaisDer Weiße Hai (Carcharodon carcharias), dessen Name von der hellen Färbung seiner Bauchseite herrührt, ist der größte noch lebende Raubfisch der Welt. Die Oberseite ist grau. Sein massiger Körper, seine einmalige Farbgebung und der bullige Kopf machen ihn unverwechselbar. Große Exemplare sind über sechs Meter lang, doch wird hin und wieder auch von neun Meter langen Weißen Haien berichtet. Wie bei den meisten Haien erreichen die Weibchen längere Körpergrößen als ihre männlichen Artgenossen. Wie alle Haie sind Weiße Haie Knorpelfische. Biologisch werden sie der Familie Lamnidae - den Makrelen- oder Heringshaien - zugeordnet. Sie tragen deren charakteristische Merkmale wie die genaue Anzahl von fünf langen Kiemenspalten und winzigen zweiten Rücken- und Afterflossen. Außerdem besitzen die Mitglieder dieser Haifamilie die Fähigkeit ihre Körpertemperatur über der des sie umgebenden Meerwassers zu halten, bei Weißen Haien macht diese Differenz drei bis fünf Grad Celsius aus. Fortpflanzung beim Weißen Hai - Die meisten Weißen Haie haben sechs bis acht GeschwisterDie Fortpflanzung der Großen Weißen erfolgt ovovivipar, das heißt sie schlüpfen bereits im Mutterleib aus einer dünnen Eihülle und verweilen im Uterus bis sie ihre Eihülle verzehrt haben. Durch eine Art Plazenta werden sie nicht weiter ernährt, was als aplazental vivipare Vermehrung bezeichnet wird. Ein Kannibalismus im Mutterleib (Adelphophagie), wie er von anderen Haiarten bekannt ist, wurde bei Weißen Haien bisher nicht beobachtet. Schwangere Weibchen ziehen einzelgängerisch durch die Meere und werden nur sehr selten gesichtet. Sieben bis neu Jungtiere kommen in einem Wurf zur Welt, mit einer Länge von 110 bis 130 Zentimetern sind sie bereit allein zu überleben. Lebensraum des Weißen Hais - Der Weiße Hai im MittelmeerWeiße Haie durchschwimmen alle Ozeane und Meere gemäßigter und zum Teil auch tropischer Regionen. Dabei gehört das Mittelmeer ebenso zu ihrem Lebensraum wie Madeira, Sibirien und der Golf von Mexiko. Im Mittelmeer wurden bei Malta sowie in der Adria bisher am häufigsten Weiße Haie gesichtet. Meist halten sich Weiße Haie in relativer Nähe zur Küste auf, bevorzugen Felsformationen und Kelbwälder, doch haben Forschungen jüngerer Zeit auch weite Wanderungen einzelner Tiere quer durch die Ozeane verfolgt. Am besten erforscht wurden die Populationen vor Südafrika und Australien, wo Weiße Haie besonders häufig gesichtet werden. In der Regel sind Weiße Haie Einzelgänger, gelegentlich werden sie aber auch in kleinen Gruppen beobachtet. Die Spitze der Nahrungskette im Meer – was Weiße Haie fressenDie bevorzugte Nahrung der Weißen Haie wächst mit ihrer Größe. Die jüngeren Tiere, die weniger als drei Meter lang sind, ernähren sich hauptsächlich von Fischen. Große Exemplare jagen bevorzugt fettreiche Meeressäuger. Auf dem langen Speisezettel der mächtigen Raubfische finden sich Sardinen, Makrelen, Störe, Skorpionsfische, Adler- und Stechrochen, Chimären sowie andere Haie, außerdem Meeresschildkröten, Seevögel, Delfine und verschiedene Robbenarten. Auch die Kadaver großer Bartenwale werden von Weißen Haien nicht verschmäht, ebenso wenig wie Abfälle küstennaher Schlachthöfe, die ins Meer geworfen werden.Wo sie den Lebensraum mit Robben teilen, sind die wendigen kleinen Säugetiere fester Bestandteil ihres Speiseplans. Dabei wurden eindrucksvolle Jagdtechniken beobachtet. Vor allem vor der südafrikanischen Insel Seal Island nutzen die großen Räuber die tiefen Gewässer, um ihre Beute senkrecht von unten anzugreifen, zu packen und mit der gesamten Masse ihres Körpers aus dem Wasser zu schnellen. Lesen Sie auch, wie der Mensch mit Weißen Haien lebt, wie gefährlich Haie wirklich sind und wissenswertes zum Ur-Hai Megalodon. Quellen:
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